Forschungszulage: Beispiele und HöheWas bringt sie euch in Euro?
Prozentsätze helfen bei der Entscheidung wenig. Deshalb rechnen wir die Forschungszulage hier an drei Beispielen vollständig durch. Die Unternehmen sind frei erfunden, der Rechenweg folgt dem Forschungszulagengesetz.
der Bemessungsgrundlage für alle Unternehmen
für kleine und mittlere Unternehmen auf Antrag
Pauschale für Gemeinkosten bei Vorhaben, die nach dem 31.12.2025 begonnen haben
höchste Bemessungsgrundlage pro Jahr für Aufwendungen ab 2026
Der Rechenweg
In vier Schritten zur Forschungszulage
Personalkosten ermitteln
Bruttolohn plus Arbeitgeberanteile zur Sozialversicherung, anteilig für die Zeit in Forschung und Entwicklung. In den Beispielen setzen wir für die Arbeitgeberanteile grob 20 % an.
Auftragsforschung ergänzen
Beauftragt ihr Hochschulen, Institute oder andere Stellen, zählen seit dem 28.03.2024 erteilte Aufträge mit 70 % des Entgelts.
Pauschale aufschlagen
Hat das Vorhaben nach dem 31.12.2025 begonnen, kommen 20 % für Gemein- und Betriebskosten hinzu. Ein Einzelnachweis ist dafür nicht nötig.
Fördersatz anwenden
Auf die Summe gibt es 25 %. Kleine und mittlere Unternehmen können zehn Prozentpunkte mehr beantragen und kommen so auf 35 %.
Rechenbeispiele
Drei fiktive Unternehmen, einmal durchgerechnet
Es sind keine Kundenfälle und keine Zusagen. Sie zeigen, wie sich die Zulage aufbaut und welchen Unterschied Fördersatz und Pauschale machen. Alle Beträge gelten pro Jahr.
Fiktives Beispiel
Softwarehaus mit 40 Mitarbeitenden
Entwickelt ein neues Analyseverfahren mit offenem technischen Ausgang. KMU, keine Auftragsforschung.
- Beschäftigte in F&E
- 4
- Ø Bruttojahresgehalt
- 60.000 €
- Zeitanteil F&E
- 60 %
- Personalkosten F&E
- 172.800 €
- Fördersatz
- 35 %
- Zulage, Vorhaben vor 2026
- 60.480 €
- Zulage, Vorhaben ab 2026 mit Pauschale
- 72.576 €
Fiktives Beispiel
Maschinenbauer mit 120 Mitarbeitenden
Erprobt ein neues Fertigungsverfahren und lässt einen Teil der Versuche von einem Forschungsinstitut durchführen. KMU.
- Beschäftigte in F&E
- 8
- Ø Bruttojahresgehalt
- 65.000 €
- Zeitanteil F&E
- 40 %
- Personalkosten F&E
- 249.600 €
- Auftragsforschung (70 % von 100.000 €)
- 70.000 €
- Fördersatz
- 35 %
- Zulage, Vorhaben vor 2026
- 111.860 €
- Zulage, Vorhaben ab 2026 mit Pauschale
- 134.232 €
Fiktives Beispiel
Industrieunternehmen mit 600 Mitarbeitenden
Größere Entwicklungsabteilung, neue Werkstoffe und Prüfverfahren. Kein KMU, deshalb gilt der Regelsatz.
- Beschäftigte in F&E
- 25
- Ø Bruttojahresgehalt
- 70.000 €
- Zeitanteil F&E
- 70 %
- Personalkosten F&E
- 1.470.000 €
- Fördersatz
- 25 %
- Zulage, Vorhaben vor 2026
- 367.500 €
- Zulage, Vorhaben ab 2026 mit Pauschale
- 441.000 €
Höhe der Forschungszulage
Was bei welcher Bemessungsgrundlage herauskommt
| Bemessungsgrundlage pro Jahr | Regelsatz 25 % | KMU 35 % |
|---|---|---|
| 100.000 € | 25.000 € | 35.000 € |
| 250.000 € | 62.500 € | 87.500 € |
| 500.000 € | 125.000 € | 175.000 € |
| 1.000.000 € | 250.000 € | 350.000 € |
| 12.000.000 € | 3.000.000 € | 4.200.000 € |
12 Mio. € sind die Obergrenze für Aufwendungen ab 2026. Rechtsgrundlage: § 3 FZulG und § 4 FZulG, Stand 05.11.2026.
Ehrlich gerechnet
Wo die Rechnung in der Praxis kleiner wird
Nur echte Forschung und Entwicklung zählt
Neuartigkeit, technisches Risiko und systematisches Vorgehen müssen vorliegen. Die normale Weiterentwicklung eines Produkts reicht in der Regel nicht. Das bescheinigt die BSFZ.
Die Zeit muss belegt sein
Gefördert wird nur die Arbeitszeit in begünstigten Vorhaben. In der Praxis braucht ihr dafür saubere Stundenaufzeichnungen. Ein am Jahresende geschätzter Anteil ist angreifbar.
KMU ist mehr als die Mitarbeiterzahl
Bei der KMU-Prüfung zählen verbundene Unternehmen und Partnerunternehmen mit. Wer zu einer Gruppe gehört, fällt deshalb oft auf den Regelsatz von 25 %.
Laufende Vorhaben ohne Pauschale
Die 20 % gelten nur für Vorhaben, die nach dem 31.12.2025 begonnen haben. Für ältere Vorhaben zählt in unseren Beispielen also der niedrigere Wert.
Wer die Zulage bekommt und wie der Antrag läuft, steht auf unserer Seite zur Forschungszulage-Beratung in Dresden.
Forschungszulage-Rechner
Was ist für euch drin?
Verschiebt die Regler und seht grob, wie hoch eure jährliche Forschungszulage ausfallen könnte. Grundlage sind eure F&E-Personalkosten.
Geschätzte Forschungszulage
60.480 €
pro Jahr
bei rund 172.800 € förderfähigen F&E-Kosten und 35 % Fördersatz
Grobe, unverbindliche Schätzung auf Basis der Personalkosten. Die Gemeinkostenpauschale (20 %, für Vorhaben ab 2026) und Auftragsforschung sind nicht enthalten und können den Betrag erhöhen. Maßgeblich sind die Bescheinigung der BSFZ und der Bescheid des Finanzamts.
FAQ
Häufige Fragen
Die wichtigsten Fragen zur Berechnung und Höhe der Forschungszulage.
Wie hoch ist die Forschungszulage?
Sie beträgt 25 % der Bemessungsgrundlage, kleine und mittlere Unternehmen können auf Antrag 35 % erhalten. Bei 500.000 € förderfähigen Aufwendungen sind das 125.000 € oder 175.000 € pro Jahr.
Wie hoch ist die Forschungszulage maximal?
Für Aufwendungen ab 2026 beträgt die Bemessungsgrundlage höchstens 12 Mio. € pro Jahr. Daraus ergeben sich rechnerisch bis zu 3 Mio. € Zulage, für KMU bis zu 4,2 Mio. €. Verbundene Unternehmen teilen sich die Grenze. Zusätzlich dürfen die staatlichen Beihilfen je Unternehmen und Vorhaben nach aktuellem Gesetzestext 15 Mio. € nicht überschreiten.
Wie berechnet man die Forschungszulage an einem Beispiel?
Vier Entwickler mit 60.000 € Bruttogehalt, 60 % Arbeitszeit in Forschung und Entwicklung und grob 20 % Arbeitgeberanteilen ergeben 172.800 € Personalkosten. Bei 35 % sind das 60.480 € Zulage. Hat das Vorhaben nach dem 31.12.2025 begonnen, erhöht die Pauschale von 20 % den Betrag auf 72.576 €.
Sind das echte Fälle von Kunden?
Nein. Alle Unternehmen und Zahlen auf dieser Seite sind frei erfunden und zeigen nur den Rechenweg. Wie viel bei euch möglich ist, hängt von euren Vorhaben, den Nachweisen, der Bescheinigung der BSFZ und dem Bescheid des Finanzamts ab.
Zählt das Gehalt des Geschäftsführers mit?
Ja, wenn er angestellt ist, das Gehalt dem Lohnsteuerabzug unterliegt und er tatsächlich an Forschung und Entwicklung arbeitet. Das gilt auch für Gesellschafter mit Anstellungsvertrag. Gezählt wird nur die belegte Zeit im begünstigten Vorhaben.
Wird die Forschungszulage ausgezahlt, wenn wir keinen Gewinn machen?
Ja. Die Zulage wird auf die Steuerschuld angerechnet. Bleibt ein Überhang oder fällt keine Steuer an, wird der Betrag ausgezahlt. Deshalb ist sie auch für Unternehmen in der Verlustphase interessant.
Erstgespräch
Rechnen wir es für
euer Unternehmen durch.
Schickt uns eure Schätzung aus dem Rechner oder beschreibt kurz eure Vorhaben. Im Erstgespräch schauen wir gemeinsam darauf, was förderfähig sein kann und welche Größenordnung realistisch ist. Unverbindlich.